Manierismus (Sprache & Litteratur).
Publié le 13/06/2013
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Manierismus (Sprache & Litteratur). Manierismus (Literatur), ursprünglich kunsthistorische und 1948 durch den Literatur- und Kulturwissenschaftler Ernst Robert Curtius auf die deutsche Literatur des Barock übertragene Bezeichnung zur Klassifizierung des so genannten ,,Schwulststils" von Autoren wie Georg Philipp Harsdörffer, Daniel Casper von Lohenstein und Christian Hofmann von Hofmannswaldau (zur bildenden Kunst siehe Manierismus). Als Oberbegriff umfasst der literarische Manierismus auch andere nationale Ausprägungen, z. B. den italienischen Marinismus, den spanischen Conceptismo und Gongorismus, die französische preziöse Literatur oder den englischen Euphuismus; sein bedeutendster Theoretiker war der Spanier Baltasar Gracián (Agudeza y Arte de Ingenio, 1648). Heute wird der Manierismus in den kultur- und kunstwissenschaftlichen Disziplinen weniger als Epochenbegriff denn als metahistorische Kategorie aufgefasst, als ein ästhetisches Grundmuster, das unter verschiedenen historischen Voraussetzungen je besondere Ausdrucksformen entwickelt. Signifikante Eigenschaften manieristischer Dichtung sind bei aller Betonung der Phantasie ein intellektualistisches Kalkül, artistische Virtuosität, die vermeintlich willkürliche Kombination disparater Elemente zu einer künstlichen Einheit, die Ästhetisierung des Hässlichen, die Mischung von Klassischem mit Abstrusem, ein Nebeneinander verschiedener Stilhöhen und Ausdruckslagen; im Gebrauch rhetorischer Figuren sind gehäufte Vergleiche, Metaphern, Concetti, Antithesen und Wortspiele auffällig. Verfasst von: Cornelia Fischer Microsoft ® Encarta ® 2009. © 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.
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